An
einem Wochenende überrasche ich die Abuelitos mit selbstgemachten Tortillas;
neben Empanadas einer der
Spezialitäten des Landes schlechthin. In jedem Markt und an jeder zweiten
Hausecke gibt es sie zu erstehen – Tortillas de Maiz (dt. Mais), Tortillas de
Trigo (dt. Weizen) und Tortillas de Choclo (dt. Zuckermais), jeweils mit
Quesillo (dt. Frischkäse?!). Nachdem ich am Vortag Einweisungen von einer der
Angestellten der Fundacion bekommen habe, starte ich mit Hilfe von Hugo, der,
wie ich, zwar Erfahrung im Verzehr, aber keineswegs in der Zubereitung besitzt,
das Vorhaben „Tortilla“.
Mais,
angebaut im stiftungseigenen Garten, geerntet von einem rüstigen Abuelito, wird
in Gemeinschaftsarbeit ausgekörnt und im Anschluss daran mit einer
handbetriebenen Maschine zu einer Paste verarbeitet. Hinzugefügt werden weitere
Zutaten, wie Eier, Zucker und Butter. Auf einem heißen Stein brutzelt die
dickflüssige Masse zu goldbraunen, annähernd runden Fladen heran. Dem raschen
Verzehr nach zu urteilen, sind uns die Tortillas, die in der Regel mit Kaffee
serviert werden, gut gelungen und ein weiteres Mal lässt wohl nicht lange auf
sich warten …
Jener
esskochintensive Samstag fällt zufälligerweise auf meinen Geburtstag. Am
frühen Abend stoßen meine Gastmutter und eine ihrer Schwestern mit Kuchen und
Ständchen zu uns hinzu. In den Genuss eines (süßen) Brauches komme ich
unerwartet, als ich mit am Rücken verschränkten Armen einen ersten Biss von der
Süßspeise nehmen will und schließlich, nach einem kleinen Stups seitens meiner
Gastmutter, mit dem Gesicht in der Torte lande.
Da
meine Gastfamilie derart viele Personen umfasst und es dementsprechend nicht an
Geburtstagen mangelt, wird das Geburtstagskind normalerweise mit Essen und
Kuchen gefeiert; ein Fest und Geschenke gibt es nur für die Allerjüngsten.
Ausblick:
Was sich so im Arbeitsmonat April zutrug …?!



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