Da
sich meine Zeit auf Galapagos viel zu rasch – Wie sollte es auch anders sein? –
ihrem Ende zuneigt, bleiben mir für die dritte Insel lediglich zwei Tage. Jene
nennt sich Isabela und besitzt aus der Luft gesehen die Umrisse eines
Seepferdchens (vgl. Stiefel von Italien). Auch wenn sie die flächenmäßig größte
Insel ist (fast fünfmal so groß wie die zweitgrößte des Archipels) leben auf
Isabela nur 2200 Einwohner; so gut wie alle davon in der Siedlung Puerto
Villamil. Palmengesäumte Sandstraßen ziehen durch den Ort, der an einer
kilometerlangen Strandbucht liegt. Diese völlige Ferne vor allem und jedem
spiegelt sich in der dort herrschenden Atmosphäre voller Ruhe und Gemütlichkeit
wider.
Bei
meiner Ankunft dürfen neben den Seerobben natürlich auch nicht die dort
heimischen kleinen Pinguine fehlen, die in Rekordgeschwindigkeit durch das
Wasser flitzen. Mit dem Meereswind im Nacken und Wellenrauschen in den Ohren
folge ich mit einem gemieteten Fahrrad den fünf Kilometer langen „Complejo de
Humedales“; eine entlang mehrerer Ausflugsziele gelegene Kiesstraße. Mein
erstes Ziel trägt den Namen „Muro de las Lagrimas“ (Mauer der Tränen); eine
Mauer aus Lavagesteinsbrocken, die während des Zweiten Weltkrieges von
Häftlingen der sich damals auf Isabela befindlichen Strafkolonie errichtet
wurde. So genannte „Miradores“ (Aussichtspunkte) bieten Rundum-Blicke über die
Küste bis ins Hinterland der Insel. Die Oberfläche Isabelas zählt etliche
Vulkane und ein sehr naturbelassenes und vor allem menschenfreies
Landschaftsbild. Man sieht, riecht und spürt, welcher Entfaltungsfreiraum und
welche Bedeutung hier der Flora und Fauna zugeschrieben wird. Auf meinem
Rückweg lege ich unzählige Stopps ein: „El Tunel del Estero“ ist ein durch
vulkanische Eruptionen geformter Tunnel bzw. Höhle, von denen es in der
Umgebung ein großes Vorkommen gibt. Mangrovenüberdachte Pfade führen zu
Süß-/Salzwasser-Lagunen und schwarze Lavafelsen mit früchtebesetzten Kakteen
säumen Teiche und Seen. „La Playa del Amor“ ist ein natürlich entstandenes
Meereswasserbecken, durch das Reiher stolzieren. Und scheucht man am Strand bei
jedem Schritt eine Kolonie Krebse auf, so sind es zu Fuß die Eidechsen. Im
Gegensatz dazu lassen sich die Riesenleguane, die mitunter (vor allem in der
Brutzeit) die Dorfstraßen queren, nicht so leicht aus der Ruhe bringen.
Am
Rande von Puerto Villamil folge ich einem 1,5 Kilometer langen „Sendero“
(Wanderweg), wo sie auf Isabela beheimatete Vogelvielfalt zu bestaunen ist.
Besonders freue ich mich über den Anblick der durch das Wasser staksenden
Flamingos. Der Fußweg endet im „Centro de Crianza Arnaldo Tupiza“, das sich dem Artenschutz, sowie der Reproduktion
und Aussetzung (nach acht Jahren) von Schildkröten verschrieben hat.
Ausblick:
meine letzte Reise – Amazonasgebiet – affenbevölkertes Dorf


















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